Geschichte

1873 wurde die erstmalige Freiwillige Betriebsfeuerwehr der Harlander Coats von der seinerzeitigen Firma Matthias Salcher & Söhne ins Leben gerufen. Im Jahre 1882 entstand auch die Fabriksfeuerwehr Stattersdorf. Beide Feuerwehren wurden von einer Stelle aus (von der Fabriksleitung) unter dem Namen „Vereinigte Feuerwehren Harland-Stattersdorf“ geleitet.

Die Form der Betriebsfeuerwehr wurde bis 21. April 1928 geführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Umwandlung in die Freiwillige Feuerwehr Stattersdorf durchgeführt. Herr Josef Nostic, Ökonomieverwalter des Harlander Gutshofes in Stattersdorf (heute Anwesen der Familie Kopatz), war Vorsteher des Komitees zur Realisierung der Freiwilligen Feuerwehr Stattersdorf.

Das Kommando setzte sich aus folgenden Herren zusammen:

  • Hauptmann Josef Nostic
  • Stellvertreter Josef Pretz
  • Kassier: Franz Meierhofer
  • Schriftführer: Josef Nachtmann

Weitere Gründungsmitglieder im Jahre 1929 waren unter anderem:

  • Karl Wutzl
  • Anton Hayden
  • Franz Weiss

Anfangs bestand die Ausrüstung aus einem Hydrophor mit dazugehörigem Schlauchmaterial, verschiedenen Löscheimern, Signalhorn und Leitern.
1930 wurde Josef Gradinger Hauptmann, Rudolf Leitgeb Stellvertreter, Franz Meierhofer blieb Kassier, Franz Figl wurde Schriftführer. Im selben Jahr, am 17. März, wurde mit tatkräftigster Unterstützung der Familie Salzer die erste Motorspritze, Marke Rosenbauer B48, sowie ein Pferdewagen samt Schlauchmaterial erworben.
1935 wurde durch den Tod des Hauptmannes Josef Gradinger eine weitere Kommando-Änderung notwendig. Franz Schedelmayer, Bäckermeister, wurde zum neuen Hauptmann gewählt. Sein Stellvertreter wurde Anton Hayden, Landwirt. Bewährter Kassier bliebt Franz Meierhofer, neuer Schriftführer wurde Alois Hayden, Landwirt. Ende des Jahres konnte von der Stadtfeuerwehr St. Pölten das erste Motorfahrzeug, Marke Lafflay, erworben werden.

Weiters wurde der Reingewinn des Feuerwehrballs (1936) in eine neue Ausrüstung investiert, mit deren Hilfe zwei Großbrände in Schauching und Spratzern bekämpft wurden.

Am 23. Dezember 1937 verstarb der Hauptmann  Schedelmayer und somit führte sein Stellvertreter die Wehr bis 1940 weiter. In diesem Jahr wurde Rudolph Leitgeb zum Hauptmann gewählt.Während des Krieges wurde nicht nur das Feuerwehrhaus schwer beschädigt, sondern es verschwand auch ein Großteil der Ausrüstung. Man versuchte durch Spenden der eigenen Kameraden das Inventar wieder zu vervollständigen.

1953 fand die 25-Jahresfeier der Feuerwehr Stattersdorf- Harland statt. Dieses wurde mit Schauübungen und anderen Attraktionen beim Fabrikshof gefeiert.
Im Jahre 1956 setzte sich das neue Kommando aus folgenden Kameraden zusammen, Hauptmann Karl Wutzl, Stellvertreter Franz Gerlich, Schriftführer Walter Fichtl  und neuer Zahlmeister Leopold Zauner.
1957, am 18. September, wurde von der Firma Matouschek in St. Pölten ein Fahrzeug, Marke Ford FK 1000, erworben. Mit diesem Auto erfolgte mehr oder weniger der Eintritt in die moderne Welt.


Die nächste Änderung des Kommandos war 1960 fällig. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis:

Kommandant Adolf Nitterl, Stellvertreter Johann Ambichl, Kassier Anton Steinbrecher, Schriftführer Karl Wutzl und neuer Zeugwart Karl Fiala.
Die ersten beiden Atemschutzgeräte PA 37 sowie ein Funkgerät für den Ford FK 1000, der in der Zwischenzeit in ein Kleinlöschfahrzeug umgebaut wurde, wurden 1963 erworben.

1965 blieb der Kommandant und dessen Stellvertreter gleich wie in den letzten Jahren. Seit einigen Jahren wurde der Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges bzw. dessen Finanzierung überlegt. Im Jänner 1968 konnte das neue Tanklöschfahrzeug Opel Blitz von der Firma Rosenbauer übernommen werden.
Ein Jahr später (1969) bekam die Feuerwehr Stattersdorf- Harland ein neues Kleinlöschfahrzeug, Marke Ford Transit.

1974 erfolgte die Anschaffung eines neuen, komplett ausgestatteten Kommandofahrzeuges, ebenso wie neue Schiebeleitern.
1976 trat Kommandant Nitterl in den Ruhestand und sein Nachfolger wurde Herbert Ebner und Stellvertreter war Karl Fiala. Kassier und Schriftführer wurde in die Funktion Verwalter zusammengezogen, welche Ignaz Eichinger ausübte.

1977 wurde der alte Kasteck-Anhänger zu einem Katastrophen-Anhänger adaptiert. Zur Ausrüstung zählten:
Schmutzwasserpumpen, Kettensägen, Besen, Schaufeln und diverse andere Geräte zur Bekämpfung von Sturm- und Hochwasserschäden


Die offizielle Gründung der Feuerwehrjugend war am 3. März 1982 und umfing sechs Burschen die sich gemeldet hatten. Ein Monat später begrüßten wir 15 neue Mitglieder der Jugend. Seit 1982 waren bereits 78 Burschen Mitglieder unserer Feuerwehrjugendgruppe.

1986 gab es bei den Wahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ignaz Eichinger und Herbert Ebner. Jeder der beiden erhielt 12 Stimmen. Es wurde durch ein Los entschieden, welches Ebner wieder zum Kommandanten machte.
Bereits 1987 gab es die ersten Überlegungen zur Erneuerung des alten Tanklöschfahrzeuges. In diesem Jahr wurden neben einer hydraulischen Bergeschere mit Handpumpe auch die ersten Personenrufempfänger, die sogenannten „PIEPSERL“, angeschafft, um schneller und besser zu reagieren.

Im Herbst des Jahres 1987 verstarb unerwartet der langjährige Kommandant OBI Herbert Ebner. Die weitere Führung als Kommandant übernahm Ignaz Eichinger mit seinem Stellvertreter Helmut Pollinger.


1991 war ein weiteres Wahljahr. Ebenso musste die Mannschaft bei schweren Unwettern im Mai an einem Tag elf Einsätze leisten. Nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde und der Landesfeuerwehr konnte die Mindestausrüstung aufgestockt werden.
Später betreuten die Feuerwehrmänner eine Wettbewerbsgruppe aus Belgien, die sie 1992 zu den nationalen belgischen Wettkämpfen in Oudenaarde eingeladen hatte.

1996 war wieder Wahljahr. Pollinger übernahm das Kommando. Stellvertreter wurde Thomas Spitzer, bisheriger Jugendführer.
In diesem Jahr war außerdem ein sehr schwieriger Wohnungsbrand in Harland zu bewältigen.